Aber lass mich kurz nachfragen: eine direkte Impfpflicht bei den Kleinkindern ist das eh nicht, die Kinder können ja bsw. aus dem Kindergarten ausgeschlossen werden. Und im Gegensatz zur Schulpflicht gibt es hierzulande keine Kindergartenpflicht. Beim Personal und in den Schulen sieht das natürlich anders aus.
Natürlich ist es dir freigestellt, dein Kind in den Kindergarten zu bringen oder nicht. Aber wenn Kinder nicht in den Kindergarten gehen, werden die Eltern ja meistens als asoziial usw. bezeichnet. Aueßerdem müssen die meisten ihre Kinder irgendwo unterbringen. Das ist mittlerweile wirtschafltich gewollt, Das ist dann wieder Auslegungssache an der Definition "direkte Impfpflicht".
Ich finde es aber generell bedenklich, den Besuch von Kindergarten oder Schule an den Nachweis einer Masernimpfung zu koppeln. Denn eine Weigerung befreit ja nicht von der Schulpflicht, sondern die Eltern können ein Bussgeld von bis zu 2500€ bekommen.....was sich eher die leisten können, die viel Geld haben.
Ich könnte nun entgegnen, daß gerade im Süden Deutschlands Eltern bzw. Mütter als asozial bezeichnet werden, wenn sie ihre Sprößlinge nicht daheim unterm Kruzifix betreuen.
Aber beides stimmt wohl nicht mehr so wirklich. Mittlerweile hat sich die Lebensrealität doch überall einigermaßen angeglichen.
Und was heißt denn "wirtschaftlich gewollt"?
Selbstverständlich wollte meine Mutter nach ihrem Studium ebenfalls in Vollzeit arbeiten. Selbstverständlich war das gewollt - und zwar von ihr selbst. Das ist aber eher ein gesellschaftliches Ding.
Der Wirtschaft selbst ist das doch erstmal egal, solange Arbeitskräfte und Konsum stimmen. Aber natürlich hatte die Wirtschaft sicher nichts gegen die Emanzipation, ergaben sich doch ganz neue Tummelplätze und Ansprechpartner. Und wenn bsw. die BASF Kitas für die Kleinen ihrer Angestellten baut, dann doch nur deshalb, weil sie ihnen ein ordentliches Arbeitsverhältnis bieten möchte. Es hat sich doch längst rumgesprochen, daß Frau nicht länger nur die "Küchen-Chefin" sein möchte sondern vielleicht die Labor-Leiterin oder wie auch immer, selbstverständlich will man sich die qualifizierten Kräfte nicht entgehen lassen. Im Idealfall eine Win-Win-Situation, würde ich sagen.