Im Falle von Corona ist es ebenfalls nicht einfach aber es hat sich ja herausgestellt, dass die aktuelle Strategie ein guter Mittelweg zwischen Schutz der Gesellschaft und individueller Freiheit ist. Und bis auf ca. 5-10% Abweichler mit, gelinde gesagt merkwürdigen Thesen, haben den Konsens alle akzeptiert.
Ich halte es für gefährlich, mit einem "mittlerweile hat sich herausgestellt" zu argumentieren, das kann leicht nach hinten losgehen.
Ich denke schon, dass man das behaupten kann, weil die Aussage an sich damit ja nicht widerspricht, wenn man es genau nimmt.
Denn gleichermaßen könnte auch bei größeren Kurskorrekturen die Entscheidung richtig gewesen sein, wenn zum Zeitpunkt der Entscheidungsfindung keine Anzeichen bestanden, dass dieser Weg der falsche ist, weil er lediglich aufgrund von Dingen gescheitert ist, die zum damaligen Zeitpunkt nicht bekannt oder erwiesen unwahrscheinlich waren.
Ein Ergebnis kann unmöglich die Richtigkeit einer Entscheidung beeinflussen.
Der Kauf eines Lotterieloses wird nicht zu einer finanziell richtigen Entscheidung, bloß weil man zufällig sechs Richtige hat.
Im Vergleich zum Lotto-Beispiel gibt es allerdings den entscheidenden Unterschied: Lotto ist rein zufällig und wenn man nach den Wahrscheinlichkeiten geht, ob man gewinnt, dürfte man niemals Lotto spielen. Diese Wahrscheinlichkeiten sind bei Abgabe des Lotto-Scheins bekannt und man kann diese
zweifelsfrei feststellen. Unbekannte, die im weiteren Verlauf möglicherweise auftreten können, gibt es nicht, nur Glück.
Währenddessen gibt es bei Corona Unbekannte, die zur Zeit der Entschiedungsfindung noch nicht ersichtlich oder erwiesen unwahrscheinlich sind.
Wichtig ist dann, dass die Wissenschaft untersucht, ob und wie wahrscheinlich Korrekturen nötig sind, in jedem Fall waren aber die vorher getroffenen Entscheidungen richtig, auch wenn der Kurs angepasst werden muss.
Stellt sich allerdings heraus, dass die Entscheidungen im Angesicht von Missachtung offensichlicher Erkenntnisse getroffen wurden, dann wäre das Gegenteil der Fall: Wenn jemand nach aktuellem Stand behauptet, Corona ist nicht gefährlich und es gibt keine Übersterblichkeit, dann kann das Ergebnis des Lösungswegs nur falsch sein.

Und andererseits hätten RKI, Drosten und Co. falsch gehandelt, wenn man plötzlich Chips in geimpften Personen finden würde (und ein Zusammenhang zur Impfung festgestellt werden könnte, dass diese mit Intention zur Überwachung mit beigemischt wurden). Hierbei wäre jedoch auch explizit der Beweis notwendig, dass diese Personen (RKI, Drosten) von der Beimischung der Chips von Bill Gates gewusst haben.

Deshalb: es kann nicht nach hinten losgehen, wenn die Analyse des Problems und die Auswahl des Lösungswegs zum Zeitpunkt der Entscheidung einwandfrei war.
Trotzdem stehen die Möglichkeiten natürlich am Besten, eine fundamentale Kurskorrektur zu vermeiden, wenn man sich für eine fundierte Analyse anstatt des Bauchgefühls entscheidet, was mit "mittlerweile hat sich herausgestellt" gemeint war.
